Das erste Golfset

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Was brauche ich und was nicht? Auch dies ist für Golfanfänger eine wichtige Frage. Mit ein paar Tipps gelingt auch die Schlägerwahl beim ersten Mal.

Von Petra Himmel

Ein Blick auf die Websites der Online-Händler und in die Kataloge zeigt: Die Vielfalt an Golfschlägern ist riesig. Die Begriffe sind für viele verwirrend. Von Titaniumköpfen, Trägheitsmomenten und verstellbaren Hosels ist da die Rede. Ein Fachvokabular, das gerade Einsteiger verwirrt. Wer sich zum ersten Mal mit Schlägern ausrüstet, sollte sich an folgende Leitlinien halten, um am Ende nicht mit dem völlig falschen Equipment an den Start zu gehen. Denn das gilt auf jeden Fall: Golfschläger sind so unterschiedlich wie Fahrräder oder Autos. Für jeden Typ gibt es das richtige Produkt.

Vor dem Kauf
Grundsätzlich leiht Ihnen jede Golfschule oder jeder Golflehrer bei den ersten Stunden Schläger. Mit einem Eisen 7, einem Wedge und einem Putter sind Sie erst einmal gut ausgerüstet. Sollten Sie auf eigene Faust Golf ausprobieren wollen, fragen Sie im Proshop der Anlage nach Testschlägern. Auch hier sollte die Fachkompetenz des Personals so weit reichen, dass man Ihnen passendes Material gibt.
Nach und nach entsteht bei den meisten Golfern das Gefühl, dass eine eigene Ausrüstung angenehmer ist. Die Preise für die Schläger sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, so dass der Einstieg auch punkto Material vergleichsweise günstig geworden ist.
Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:
 
Wo kaufe ich?
“Hände weg von Ebay & Co.” gilt vor allem für Anfänger, die noch nicht abschätzen können, welches Produkt zu ihnen passt. Sie sind auf jeden Fall im Fachhandel oder beim Golflehrer besser aufgehoben. Wer nach preisgünstigen Produkten sucht, sollte sich an Vorjahresmodellen orientieren, die in der Regel mindestens 40 Prozent günstiger sind und technologisch eigentlich unwesentlich anders.
Was gehört ins Einsteiger-Set?
Erlaubt sind im Golfbag 14 Schläger. Das sind für den Anfänger deutlich zu viele. Driver und Fairwayholz 3 können Sie ausschliessen. Starten Sie mit einem Putter, zwei Wedges (Sand und Pitching Wedge), Eisen 5 bis 9 sowie Hybrid 3 und 4. Ein Holz 5 könnten Sie später nachkaufen. Wenn Sie etwas einsparen wollen, reichen auch die Eisen 5, 7 und 9.

Marke oder billig?
Komplett-Sets gibt es zum Teil schon für unter 300 Franken. Für Golfer, die den Sport regelmässig ausüben wollen, ist das allerdings keine echte Alternative. Die Verarbeitung und auch der Stahl sind oft sehr minderwertig – gut möglich, dass ihnen damit die Schlägerköpfe schnell um die Ohren fliegen. Auch Markenhersteller wie Taylor Made oder Ping bieten – meist für Frauen – Komplett-Sets an. Ansonsten gibt es alle Eisen grundsätzlich einzeln. Wenn ein Verkäufer das Eisen-Set mit den Schlägern 4 bis Sand Wedge anbietet, gibt es normalerweise auch die Option, weniger Schläger zu kaufen.

Woran erkenne ich Anfängerschläger?
Grundsätzlich gibt es keine expliziten Anfängerschläger. Passender wäre der Ausdruck “Komfortmodell”. Hierbei handelt es sich um Schläger mit hoher Fehlerverzeihbarkeit, die auch bei schlechten Treffern noch zu einem einigermassen passablen Ergebnis führen. Hinweise auf Komfort- oder Super-Komfortschläger sind: grosse Schlagflächen, relativ breite Sohlen, viel Gewicht an den Rändern des Schlägerkopfes. Bei Hybriden sollten die Köpfe ebenfalls nicht zu klein sein.

Wozu brauche ich Wedges?
Mit den Wedges spielen Sie die Annäherung ans Grün, idealerweise mit einem hohen, aber kurzen Ballflug. Profis führen bis zu vier Wedges im Bag mit. Zu Beginn reichen ein Sand Wedge – das man übrigens nicht nur aus dem Bunker, sondern auch zum Chippen und Pitchen benützen kann – und ein Pitching Wedge. Wedges sind in der Regel Teile von Sets. Die Spezial-Wedges, die von vielen Herstellern angeboten werden, benötigen Sie zu Beginn nicht.

Hybrid oder Holz?
Ein Hybrid ist eine Zwischenform aus einem langen Eisen (4 oder 5) und einem Holz. Mit einem 23-Grad-Modell sind Sie zu Beginn gut ausgerüstet. Sie benützen es für lange Schläge vom Fairway. Das Fairway-Holz hat einen grösseren Kopf und einen längeren Schaft und ist deshalb auch etwas schwieriger zu schlagen.

Der perfekte Putter
Sparen Sie nicht beim Putter. Er sollte Ihnen gefallen, gut in der Hand liegen und ebenfalls von den Massen her passen. Probieren Sie unbedingt einige Modelle aus.

Der passende Ball
Bälle unterliegen im Design zwar gewissen Vorgaben, etwa was ihre Grösse betrifft, die Technologie ist aber extrem unterschiedlich. Für Einsteiger sind sogenannte 2-Piece-Bälle perfekt. Achten Sie bei der Packung zum Beispiel auf die Aufschrift „Distance“ oder “Länge”. Mit 20 Franken für zwölf Bälle sind Sie dabei. Die teuren 5-Piece-Bälle für 50 Franken das Dutzend können Sie getrost im Regal liegen lassen.

Alles im Griff?
Ohne Handschuh geht es nur bei den wenigsten Golfern. Rechtshänder tragen ihn an der linken Hand, um Blasenbildung zu vermeiden. Handschuhe gibt es aus Leder oder Kunststoff, je nachdem, was man lieber trägt. Mit zirka 20 Franken müssen Sie rechnen.

Kleidung
Hier können Sie sich erst einmal aus Ihrem Kleiderschrank bedienen. Normale Turnschuhe sind in Ordnung, Polo-Shirts sind die erste Wahl, und bei den Hosen sollten Sie vorsichtshalber auf die Jeans verzichten.